Zum vierten Mal: Ein Himmelreich voller Roter

Veröffentlicht am 13.01.2018 in Kreisverband

Bis auf den letzten Platz gefüllt war das Himmelreich beim mittlerweile vierten Neujahrsempfang der SPD Breisgau-Hochschwarzwald. Vierte Auflage heisst natürlich auch: Der Empfang ist mittlerweile Tradition und zwar eine, die sehr gerne angenommen wird.

Unter den knapp 80 Gästen konnte Birte Könnecke neben dem Festredner Jonas Hoffmann auch die Landtagsabgeordnete Gabi Rolland und unseren ehemaligen Abgeordneten Christoph Bayer begrüßen. Auch über das Kommen der kommunalen Behindertenbeauftragten Anke Dallmann und einiger Freiburger Genossinnen und Genossen freute sie sich.

In ihrer Ansprache erinnerte Birte Könnecke kurz an die Achterbahnfahrt der Gefühle im vergangenen Jahr und leitete dann daraus drei Punkte ab, die sie näher erläutern wollte. Punkt eins betraf dabei durchaus auch den Wahlkampf in dem es uns nicht gelungen ist, den Menschen positive Bilder zu vermitteln. Zu sehr hat sich in den Köpfen der Menschen das Bild der flaschensammelnden Rentnerin festgesetzt und mit unserem Rentenprogramm wurde daraus leider nicht die Oma mit Tee im Schaukelstuhl am Kachelofen. Das müssen wir wieder glaubwürdiger vermitteln. Erst dann erreichen wir die Menschen wieder.

Punkt zwei betraf an sich auch Bilder, aber eher die verzerrten Bilder, die durch obskure Verschwörungstheorien entstehen. Es ist in der Tat schwer zu ertragen, wie stark solche vollständig faktenfreie Theorien um sich greifen und wie wenig noch auf fundierte Daten gegeben wird. Beispiele sind da nicht nur die Erde als Scheibe und ähnliches, sondern eben auch Glyphosat, Impfungen oder Klimawandel. Auch hier ist ein klares Gegenreden nötig. Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung, aber nicht auf seine eigenen Fakten.

Drittens und letztens: Gerechtigkeit ist eben nicht dasselbe wie Gleichheit und wir müssen vom Gießkannenprinzip weg. Das gilt für das Kindergeld, das gilt für Steuerentlastung und vieles mehr, z.B. auch dann, wenn riesige Landwirtschaftsflächen in der Ebene schwierigsten Steillagen subventionstechnisch quasi gleichgestellt werden. Sogar der „gleiche Lohn für gleiche Arbeit“ zählt dazu, wenn eben manche Arbeit, die eine gleichwertige Ausbildung voraussetzt, einfach niedriger entlöhnt wird, weil es ein klassischer „Frauenberuf“ ist. Beispiel: Erzieherin im Vergleich zum Automechaniker. So wird es nie wirkliche Gleichberechtigung von Männern und Frauen geben.

Als Gastredner begrüßte Könnecke dann Jonas Hoffmann, unseren Bundestagskandidaten aus dem Wahlkreis Lörrach-Müllheim. Er war vor einigen Jahren ein halbes Jahr in Afghanistan und berichtete von seinen damaligen Eindrücken in diesem Land.

Seinen Vortrag untermalte er mit vielen Bildern, die er auf Zeichenblockgröße ausgedruckt hat, weil man im Himmelreich nun mal schlecht projizieren kann. Birte Könnecke und Gabi Rolland zeigten die Bilder herum, die auch einen 25jährigen mit Vollbart zeigten in dem man den Vortragenden mit guten Willen sogar wiedererkennen konnte. Er erzählte von seiner Arbeit in Kindergarten und Schule; davon, dass in seiner Zeit auch der Wert der Erziehung der Mädchen mehr und mehr erkannt wurde und wie sich die Bundeswehr in den nördlichen Landesteilen tatsächlich viel Einfluss und hohes Ansehen erarbeitet hat.

Er sprach auch vom Terror, den er ebenso miterlebte und wie die Menschen mit dieser Gefahr umgingen, wie er einfach Teil des Lebens in Afghanistan ist und berichtete von den Spannungen zwischen konservativ und modern, wie ja doch alle so wie wir amerikanische Fernsehserien schauen und trotzdem weiterhin Mädchen, die wegen Nichtigkeiten in unseren Augen in Ungnade fallen deshalb gesteinigt werden. Ebenso wenig vergaß er einen Hinweis auf die Spannungen zwischen arm und reich, die es auch dort gibt und die auch viel mit dem Drogenanbau in diesem Land zu tun haben.

Abschiebungen nach Afghanistan kann er nicht unterstützen, denn das ist für die betreffenden Personen oft mit dem Verlust ihrer Ehre verbunden und das kann und hat schon tödlich geendet. Anderes gilt für Rückkehranreize. Genau das kann eben der Ausweg aus dem Ehrproblem bedeuten und dafür sprach sich Jonas Hoffmann denn auch aus.

Ein Vortrag, der ein sehr viel vielschichtigeres Bild dieses Landes zeichnet, als es sonst so bei uns ankommt und deshalb ein spannender und wichtiger Beitrag zur Debatte. Das zeigte auch die rege Diskussion nach dem Vortrag bei der Jonas Hoffmann viel Fragen beantworten durfte.

Der Rest des Abends verlief wie jedes Jahr bei sehr guter Versorgung durch das Team des Hofguts in angeregten Gesprächen an den verschiedenen Tischen, bei denen ganz bestimmt das Sondierungsergebnis des Vormittags eine große Rolle spielte. Genau an dem Punkt geht es dann bei der Mitgliederversammlung am nächsten Samstag in Merdingen weiter.

Oswald Prucker

 

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