Sozialticket auf der Grundlage von Fakten statt Spekulationen

Veröffentlicht am 11.03.2018 in Pressemitteilungen

In der Sitzung vom 13.11.2027 hatte der Kreistag Breisgau-Hochschwarzwald die Einführung eines Sozialtickets mehrheitlich abgelehnt. Der Antrag der SPD-Fraktion sowie der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen war von der Verwaltung zur Ablehnung empfohlen worden, da die Kosten von 1 Mio Euro im Jahr zu hoch seien. Als Grundlage waren die Erfahrungen der Stadt Freiburg herangezogen worden.

Das Freiburger Sozialticket gibt es seit fast eineinhalb Jahren und das erste Jahr wurde nun evaluiert. An den Freiburger Daten lässt sich klar ablesen, dass die Schwarzmalerei manches Gegners des Sozialtickets unbegründet war.

Insgesamt hat die Stadt Freiburg für das erste Jahr Sozialticket rund 1,1 Mio Euro an die VAG überwiesen. Diese Summe liegt sehr deutlich unter den erwarteten Kosten von über 1,8 Mio Euro. Ebenso wurde der Personalbedarf in der Verwaltung überschätzt.

Deutlich weniger attraktiv als erwartet war die bezuschusste 2x4-Fahrtenkarte, denn rund 80% der Kunden wählten die Regiokarte.

Für den Landkreis folgern wir aus diesen Daten zu allererst, dass ein erheblicher Bedarf an einem Sozialticket besteht. Gleichzeitig sind finanzielle Schreckensszenarien aber nicht zu erwarten. Das Angebot könnte man auch im Landkreis anpassen: Wenn die Mehrfahrtenkarte schon in Freiburg wenig Interesse findet, dann wird sie auf dem Land durch die weiteren Strecken noch weniger nachgefragt sein. Zumal sie dort erheblich teurer ist. Sinnvoll ist es also, nur auf die ermäßigte Regiokarte zu setzen, wie wir das bereits letztes Jahr getan haben.

Da die Anzahl der Berechtigten in Freiburg etwa doppelt so hoch ist wie im Landkreis, würde also nicht 1 Million, sondern etwa eine halbe anfallen. Dies ist immer noch viel Geld für unseren Kreis, aber als Kreis-SPD sind wir der Überzeugung, dass Mobilität eine Grundvoraussetzung für Teilhabe und ein menschenwürdiges Leben ist und somit absolut erforderlich. Insofern werden wir uns weiterhin mit ganzer Kraft für die Einführung einsetzen.

Oswald Prucker & Birte Könnecke

 
 

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