Unterwegs im Vogelschutzgebiet bei Grißheim

Veröffentlicht am 11.02.2016 in Allgemein

Seit kurzem nistet der Triel, ein Vogel etwa so groß wie eine Taube, wieder bei uns im Wahlkreis. In Deutschland gilt er als vom Aussterben bedroht und ist daher besonders schützenswert. Darin sind sich alle einig. Problematisch wird es, wenn Landwirtschaft und Naturschutz in einen Konflikt geraten. Um mir die Problematik vor Ort anzuschauen, war ich heute bei Landwirten in Grißheim zu Gast und habe mich über das geplante Vogelschutzgebiet und den Triel informiert.

Drei Brutpaare sind es bisher, die den Weg über den Rhein in den Breisgau gefunden habe. Für sie soll jetzt ein etwa 1.200 Hektar großes Gebiet als Erweiterung des bestehenden Vogelschutzgebiets Bremgarten ausgewiesen werden, was mit strengen Vorschriften zur Bewirtschaftung einhergehen kann. Vor Ort wurde schnell klar, dass keiner der Landwirte etwas gegen den Triel hat. Ganz im Gegenteil nimmt man gerne Rücksicht auf den Wandervogel, der sich im Sommer auf den hiesigen Feldern zum Brüten niederlässt.

 

Das Verständnis hört auf, wenn jedoch über alle Maßen in die Freiheit der Landwirte eingegriffen wird, insbesondere was die Bewirtschaftung mit Pestiziden und Herbiziden wie auch die Fruchtfolge angeht. Schließlich hat sich der Vogel in genau dieser kultivierten und bewirtschafteten Landschaft wieder angesiedelt, wie sie jetzt existiert. Der derzeitige Verordnungsentwurf ist bei den möglichen Auflagen recht ungenau gehalten, so dass große Unsicherheit besteht, was genau auf die Landwirtschaft zukommen könnte.

Auf der anderen Rheinseite im Elsass leben etwa 50 Brutpaare in einem Vogelschutzgebiet, das offenbar ohne solch strikte Auflagen auskommt, wie sie hier im Gespräch sind. Die Landwirte haben schön öfter den Vorschlag gemacht, einen Dialog mit den Verantwortlichen auf französischer Seite einzurichten und von deren Erfahrung zu lernen. Leider wurde dies bisher vom Regierungspräsidium stets abgelehnt, wie Hubert God vom Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) berichtete.

Dabei steht viel auf dem Spiel: die Landwirte legen mit ihrer Arbeit den Grundstein unserer regionalen Lebensmittelversorgung und haben in den letzten Jahren große Investitionen getätigt, um auf die Auswirkungen des Klimawandels zu reagieren und die landwirtschaftlichen Flächen optimal zu bewirtschaften, zum Beispiel durch die Investition in Beregnungsanlagen. Die Einrichtung eines riesigen Vogelschutzgebiets mit strengen Vorgaben zur Bewirtschaftung über die Köpfe der Landwirte hinweg wäre ein fatales Zeichen in ihre Richtung. Zumal es in diesem Gebiet durch den Bau der Rheintalbahn ohnehin zu größeren Veränderungen kommen wird und die landwirtschaftliche Nutzung weiter eingeschränkt werden wird.

Daher setze ich mich dafür ein, dass eine ganzheitliche Lösung erreicht wird, welche die Landwirte und die Triele gleichermaßen zufriedenstellt. Ein Erfahrungsaustauch mit den Verantwortlichen auf französischer Seite muss hierbei der Grundstein für ein Vogelschutzgebiet sein, bei dem die Vorgaben für die Bewirtschaftung auch die Bedürfnisse und die Arbeit der Landwirte berücksichtigt. Der Triel fühlt sich schließlich in seiner aktuellen Umgebung wohl, die derzeit durch die Landwirtschaft genutzt wird. Hierauf sollte man aufbauen, anstatt den Landwirten unnötig die wichtige Arbeit zu erschweren, die sie tagtäglich für uns alle leisten.

 

Ich bin davon überzeugt, dass Naturschutz und Landwirtschaft keine Gegensätze sein müssen.

Dr. Birte Könnecke

 
 

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