Was hat ein Kreisel in Ehrenkirchen mit der Flüchtlingsbetreuung im Landkreis gemeinsam?

Veröffentlicht am 05.11.2017 in Allgemein

Das Rebhüsle auf dem Ehrenkirchener Kreisel soll die Verbundenheit der Gemeinde mit dem Weinbau symbolisieren. Aufgrund einer Landesverordnung will das Landratsamt es nun abreißen lassen, da von solchen Kreisel-Bebauungen eine Unfallgefahr ausgehen kann. Eine derartig bürokratische Herangehensweise erbost die Bürger Ehrenkirchens sehr, zumal es in den vielen Jahren des Bestehens noch keinen einzigen Unfall gab, der auf das Rebhüsle zurückzuführen war.

Ebenso verärgert zeigen sich viele Vertreter von Helferkreisen im Landkreis derzeit über den wenig menschlichen und allzu bürokratischen Umgang mit den Flüchtlingen und über die mangelnde Kommunikation auf Augenhöhe mit dem Landratsamt. So werden beispielsweise bei einem Umzug die Besitztümer des Flüchtlings mit einem landkreiseigenen Fahrzeug transportiert, während der Flüchtling selbst mittels Bus und Bahn sein neues Zuhause erreichen muss, da die Personenbeförderung in den Fahrzeugen nicht versichert ist.

Ist nun also das Landratsamt der Buhmann, der die armen Bürger drangsalieren will? Teils, teils. Zum einen täten die Mitarbeiter gut daran, sich mal wieder darauf zu besinnen, dass die Verwaltung FÜR den Bürger da ist und nicht gegen ihn. Spielräume sollten ausgeschöpft werden, um menschlich miteinander umzugehen und sich nicht ausschließlich auf Paragraphen auszuruhen. Oftmals ist es möglich, eine allgemeinverträgliche Lösung zu finden, wenn der Wille dazu auf allen Seiten vorhanden ist.

Auf der anderen Seite kann Bürokratieabbau nur funktionieren, wenn wir uns von der derzeit herrschenden Vollkasko-Mentalität ein stückweit verabschieden. Solange jemand, dem bei Sturm ein Ziegel des Rebhüsle aufs Autodach fliegt, anschließend den Mitarbeiter des Landratsamtes verklagt, der dieses Risiko nicht beseitigt hat, wird kein Mitarbeiter bereit sein, dafür den Kopf hinzuhalten. Das Leben birgt Risiken und nicht für jeden Unfall kann und sollte man jemanden zur Verantwortung ziehen. Nur wenn wir dazu bereit sind, kann es zufriedenstellende und unbürokratische Lösungen geben.

Birte Könnecke

 
 

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