SPD-Bundestagsfraktion: Tschernobyl verpflichtet

Veröffentlicht am 24.04.2009 in Bundespolitik

AG Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Anlaesslich des 23. Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erklaert der zustaendige Berichterstatter fuer Atomenergie der SPD-Bundestagsfraktion im Ausschuss fuer Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Christoph Pries:

Am 26. April 1986 ereignete sich im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl die bisher groesste Katastrophe bei der zivilen Nutzung der Atomenergie. Dieses Ereignis bleibt fuer uns auch nach 23 Jahren Mahnung und Verpflichtung zugleich.

Den Opfern und ihren Angehoerigen gelten unser Mitgefuehl und unsere Anteilnahme. Noch heute leiden die Menschen in den betroffenen Regionen unter den Folgen des Ereignisses. Eine 30-Kilometer-Zone rund um Tschernobyl ist absolutes Sperrgebiet. Die baufaellige Beton- und Stahlummantelung zur Abschirmung des Ungluecksreaktors muss mit enormem technischem und finanziellem Aufwand saniert werden.

Atomenergie ist und bleibt eine Hochrisikotechnologie. Die juengsten Stoerfaelle in der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield 2005 oder im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark 2006 machen wieder einmal deutlich, welche Gefahren mit der Nutzung der Atomenergie verbunden sind.

Ausserdem ist die Frage der Endlagerung weiterhin ungeloest. Weltweit ist kein Endlager fuer hochradioaktive Abfaelle in Betrieb. In Deutschland machen die Probleme in der Schachtanlage Asse II deutlich, dass es keine absolute Sicherheit bei der Lagerung radioaktiver Abfaelle gibt.

Auch die von der Atomlobby beschworene weltweite Renaissance der Atomenergie findet nicht statt. Im Jahr 2008 ging erstmals seit 42 Jahren kein neues Atomkraftwerk ans Netz. Viele Neubauankuendigungen stehen bisher nur auf dem Papier oder wurden - wie in Suedafrika - wegen der Finanzkrise bereits zurueckgenommen.

Die SPD-Bundestagsfraktion steht zum Atomausstieg. Deutschland ist nicht der Nachzuegler einer weltweiten Atomrenaissance, sondern Vorreiter beim Ausbau der Erneuerbaren Energien.

 

Scholz packt das an

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