Offener Brief zur Situation der Breisgau-S-Bahn

Veröffentlicht am 10.08.2021 in Kreisverband

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Probleme der Breisgau-S-Bahn zwischen Kaiserstuhl und Hochschwarzwald haben wir Verkehrsminister Winfried Hermann einen Brief geschrieben und ihn endlich zum Handeln aufgefordert. Bislang glänzen er und sein Ministerium da durch Desinteresse. Hier der Wortlaut.

Offener Brief zur Situation der Breisgau-S-Bahn

Sehr geehrter Herr Minister Hermann,

wir wenden uns an Sie, weil wir die Zustände bei der Ost-West-Verbindung der Breisgau-S-Bahn zwischen Kaiserstuhl und Hochschwarzwald nicht mehr ertragen können. Wir wenden uns auch an Sie, weil wir in dieser Sache ein deutlich höheres Engagement sowohl Ihres Ministeriums, als auch Ihrer Person erwarten.

Zur Situation:

Die Breisgau-S-Bahn hat nach der Elektrifizierung der Strecke einen katastrophalen Fehlstart hingelegt. Nach langem und zähen Hin und Her konnte ein Interimsfahrplan aufgestellt werden, der seither einigermaßen, aber bei weitem nicht zufriedenstellend verläuft.

Zugausfälle gibt es mehrmals pro Woche und oft genug ist zwischen Gottenheim und Titisee auch nur ein halbes Gespann unterwegs, was zu überfüllten Zügen führt. In solchen Fällen muss dann z.B. in Gottenheim umgestiegen werden. Darauf wartet aber der Zug nach Endingen nicht - er fährt den zum Zug rennenden Fahrgästen buchstäblich vor der Nase weg.

Es verwundert nicht, dass viele Stammgäste der Bahn seither wieder auf das Auto umgestiegen sind. Bürgermeister und Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker aus der Region berichten von vielen Beispielen und bekommen oft genug den gesammelten Frust der Menschen zu spüren.

Vor diesem Hintergrund ist es geradezu ein Hohn, dass Ministerialdirigent Hickmann in einem in Ihrem Auftrag verfassten Antwortschreiben an den ZRF vom 25. Mai dieses Jahres von den Spitzenwerten bei der Pünktlichkeit der Bahn schwärmt. Auf den konkreten Vorschlag des Zweckverbandes zum Kauf zweier weiterer Elektrofahrzeuge zur Entzerrung der Bereitstellungsprobleme nach technischen oder betriebsbedingten Störungen, gibt es bis heute keine Reaktion aus Ihrem Hause.

Es ist uns bewusst, dass es in dieser Sache keine schnellen Lösungen gibt und wir wissen auch, dass eine Kette falscher Annahmen und Zusagen zu der jetzigen Situation geführt haben. Nicht alle davon hat Ihr Ministerium zu verantworten. Richtig ist aber dennoch, dass das Verkehrsministerium in der Pflicht steht und federführend nach Lösungen suchen muss. Die Wahrnehmung in der Region ist aber ein komplettes Desinteresse des unter Ihrer Führung stehenden Ministeriums.

Wir fordern Sie deshalb auf: Machen Sie die Missstände bei der Breisgau-S-Bahn zur Chefsache! Kommen Sie nach Freiburg und machen Sie sich ein Bild von der Situation! Gehen Sie auf die Forderungen der örtlichen Fachgremien ein, statt sie auf zukünftige Gutachten zu vertrösten!

Durch die Probleme mit dieser Bahn ist jahrelang gewachsenes Vertrauen in den ÖPNV zerstört worden. So kann die von Ihnen und Ihrer Partei so vehement und auch zurecht geforderte Verkehrswende mit deutlich mehr ÖPNV zum Schutz des Klimas nicht gelingen.

Es ist an der Zeit, dass Sie sich des Problems bewusst werden und mit der Wiedergutmachung beginnen. Dazu möchten wir Sie mit diesem Brief auffordern.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Birte Könnecke
Vorsitzende SPD Breisgau-Hochschwarzwald

Martin Löffler
Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag Breisgau-Hochschwarzwald

Viviane Sigg & Julien Bender
Vorsitzende SPD Kreisverband Freiburg

Julia Söhne
Vorsitzende der Fraktion SPD / Kulturliste im Gemeinderat Freiburg

 

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